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4. Mai 2020 17:32 Uhr

Kraftstoffpreise im April 2020

Kraftstoffpreise im April im freien Fall

  • Benzinpreis auf Rekordtief, Dieselpreis so günstig wie seit August 2016 nicht
  • Benzin-Dieselschere schrumpft um 4 Cent 
  • Super E10 am günstigsten in Mannheim, Leipzig und Nürnberg
  • Super E10 am teuersten in Düsseldorf, Dortmund und Hamburg
  • Diesel am günstigsten in Leipzig, Nürnberg und Mannheim
  • Diesel am teuersten in Düsseldorf, Bremen und Köln  


Nürnberg, 4. Mai 2020. Die historischen Turbulenzen an den internationalen Rohölbörsen haben im April die Preise an den deutschen Zapfsäulen kräftig nach unten gezogen. Denn: Zwar stürzten die Notierungen für die europäische Standardsorte Brent nicht ins Minus wie die ihrer amerikanischen Schwester WTI. Dennoch verlor auch Brent-Rohöl im Schatten der Corona-Pandemie deutlich an Wert. Laut der monatlichen Auswertung von Clever Tanken  kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Schnitt im April 1,1691 Euro. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der regelmäßigen Auswertung des Verbraucherinformationsdienstes im Januar 2013. Bisher lag der niedrigste Wert im Februar 2016 bei 1,1835 Euro. Ein Liter Diesel kostete im Mittel 1,0793 Euro – günstiger war der Kraftstoff zuletzt im August 2016 (1,0677 Euro) gewesen. „Das Dilemma ist: Die Mehrheit der Autofahrer kann die günstigen Spritpreise nicht für sich nutzen. Ausgangsbeschränkungen, Kita- und Schulschließungen sowie Homeoffice-Regelungen führen dazu, dass die Fahrzeuge seit dem 16. März kaum bewegt werden. Die Tanks sind voll“, erläutert Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken. 

Gegenüber dem Vormonat verbilligte sich der Liter Super E10 im April um rund 11 Cent. Seit Januar sind die Preise nach Angaben von Clever Tanken sogar um rund 23 Cent gefallen. Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten im April im Schnitt 280,58 Euro. Das waren 26,26 Euro weniger als im März und 54,91 Euro weniger als im Januar dieses Jahres. 

Etwas geringer fiel der Preisrutsch beim Dieselkraftstoff aus. Gegenüber März sank der Preis um 7 Cent, gegenüber Januar um satte 21 Cent pro Liter. Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Diesel zahlten Autofahrer im April im Bundesschnitt 259,03 Euro. Das waren rund 16,80 Euro weniger als im März und 51,40 Euro weniger als im Januar.

Preisunterschied zwischen Benzin und Diesel verringert sich kräftig

Der Preisunterschied zwischen Super E10 und Diesel hat sich im April kräftig verringert und lag bei 0,0898 Euro pro Liter. Verglichen mit dem Vormonat (0,1292 Euro) hat sich die Benzin-Dieselschere damit um durchschnittlich knapp 4 Cent zusammengezogen. Zuletzt niedriger war der Preisunterschied im Februar 2019 (0,0718 Euro) gewesen.

Günstigster vs. teuerster Tanktag 

Am preiswertesten waren Super E10 und Diesel Ende April, am teuersten zu Monatsbeginn. Die beiden günstigsten Super-E10-Tanktage waren der 29. und 30. April mit jeweils 1,1290 Euro pro Liter  im bundesweiten Schnitt. Der günstigste Diesel-Tanktag war ebenfalls der 30. April mit 1,0320 Euro. Am preisintensivsten waren beide Kraftstoffsorten hingegen am Mittwoch, den 1. April. 1,2100 Euro kostete an diesem Tag der Liter Super E10, 1,1100 Euro der Liter Diesel. 

Städteranking: Mannheim zum zweiten Mal in Folge günstigste Super-E10-Tankstadt

Beim monatlichen Preisvergleich der 20 größten deutschen Städte von Clever Tanken belegte Mannheim mit 1,1168 Euro pro Liter zum zweiten Mal in Folge Platz eins der günstigsten Super-E10-Tankstädte. Damit behauptet sich die baden-württembergische Stadt seit vier Monaten auf den vorderen zwei Plätzen in dieser Kategorie. Auf den Rängen zwei und drei folgten im April Leipzig (1,1331 Euro) und Nürnberg (1,1404 Euro). 

Am teuersten war Super E10 hingegen in Düsseldorf (1,1892 Euro), Dortmund (1,1869 Euro) und Hamburg (1,1823 Euro). Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 zahlten Autofahrer im teuren Düsseldorf rund 285,41 Euro – und damit rund 17,38 Euro mehr als im günstigen Mannheim. 

Die günstigsten Diesel-Tankstädte waren im April identisch mit den günstigsten Super-E10-Tankstädten. Allerdings hatte beim Diesel Leipzig die Nase vorn. 1,0382 Euro kostete hier der Liter. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Nürnberg (1,0566 Euro) und Mannheim (1,0580 Euro). Am teuersten war Diesel hingegen in Düsseldorf (1,0926 Euro), Bremen (1,0892 Euro) und Köln (1,0879 Euro). 

Weiterer Preisverfall im Mai möglich

Steffen Bock: „Seit Jahresbeginn befinden sich die Rohölpreise im freien Fall. Die rasante Ausbreitung der neuartigen Virusinfektion COVID-19 hat die Weltwirtschaft lahmgelegt. Flugzeuge bleiben am Boden. Maschinen, Lkw und Autos stehen still. Die Öllager sind voll. Mitte April haben sich die OPEC-plus-Staaten zwar auf eine bis dato einmalige Senkung der Fördermengen im Mai und Juni geeinigt. Diese späte Reaktion dürfte aber kaum Auswirkungen auf das Überangebot am Markt und damit auf die Ölpreise haben.“ Ein Barrel (159 Liter) der für deutsche Verbraucher wichtigen Nordseesorte Brent hatte Anfang des Jahres zeitweilig noch rund 69 US-Dollar gekostet. Im April war der Preis auf unter 20 US-Dollar gefallen – und kostete damit so wenig wie seit 1999 nicht mehr.

Bock rechnet damit, dass das Tanken auch im Mai günstig sein wird. „Obwohl die strengen Ausgangsbeschränkungen weltweit schrittweise gelockert werden: Die Kraftstoffnachfrage wird im Mai auf einem niedrigen Niveau bleiben.“ 

Autofahrern, die auch in der Niedrigpreisphase sparen wollen, rät der Experte, die Spritpreise entlang der geplanten Fahrtroute via App, Navigationsgerät oder dem Internet zu vergleichen. So sparen sie auch bei niedrigen Preisen und kurbeln den Wettbewerb unter den Anbietern an. Beachten sollten sie dabei die teils enormen Sprünge im Tagesverlauf und zwischen den Anbietern. Günstige Tankzeiten bieten sich oft im Zeitraum zwischen 8 und 10 Uhr, 12 und 13 Uhr und ab 18 Uhr am Abend.