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2. Februar 2021 11:43 Uhr

Kraftstoffpreise im Januar 2021

Clever Tanken: Kraftstoffpreise ziehen im Januar kräftig an 

  • Super E10 und Diesel im Schnitt rund 12 Cent teurer als im Dezember
  • Super E10 am günstigsten in Bonn, Dresden und Mannheim
  • Super E10 am teuersten in Wuppertal, Bielefeld und Hannover
  • Diesel am günstigsten in Bonn, Dresden und Frankfurt am Main
  • Diesel am teuersten in Bielefeld, Wuppertal und Bremen

 

Nürnberg, 1. Februar 2021. Rückkehr zum normalen Mehrwertsteuersatz, Einführung des nationalen CO2-Preises für Verkehr und Heizen sowie steigende Rohölnotierungen: Im Januar mussten sich die Autofahrer in Deutschland von den günstigen Kraftstoffpreisen des vergangenen Jahres endgültig verabschieden. Denn die Anzeigen an den Zapfsäulen kannten besonders in den ersten beiden Wochen des vergangenen Monats nur eine Richtung: aufwärts. Anschließend pegelten sie sich auf ihrem hohen Niveau ein. Und so kostete der Liter Super E10 im Monatsschnitt 1,3473 Euro – und damit rund 12 Cent mehr als im Dezember 2020 (1,2301 Euro), wie die monatliche Auswertung des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken zeigt. Der Bundesdurchschnittspreis für Diesel lag im Januar bei 1,2285 Euro. Das waren ebenfalls rund 12 Cent mehr als im Vormonat (1,1073 Euro). „Die Verbraucher hat der Preissprung zu Beginn des Jahres hart getroffen. Dennoch werden sie sich vorerst an die hohen Preise gewöhnen müssen. Denn ein nennenswerter Fall der Rohölnotierungen ist nicht in Sicht. Und Mehrwertsteuer sowie CO2-Preis bleiben“, erläutert Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken. 

 

Die Kraftstoffpreise im Januar 2021

Trotz des Preisanstieges im Januar: Im Vergleich zum Vorjahresmonat, dem teuersten Tankmonat 2020, war Super E10 (1,3979 Euro) rund 5 Cent günstiger, Diesel (1,2935 Euro) rund 7 Cent. 

Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 zahlten Autofahrer im Januar durchschnittlich 323,35 Euro. Das waren rund 28,13 Euro mehr als im Dezember 2020, aber 12,14 Euro weniger als im Januar 2020. Dieselfahrer zahlten für dieselbe Menge im Bundesschnitt 294,84 Euro – und damit etwa 29,09 Euro mehr als im Vormonat und 15,60 Euro weniger als im Vorjahresmonat.

Der Preisunterschied zwischen Super E10 und Diesel lag im Januar bei 0,1188 Euro pro Liter. Die Benzin-Diesel-Schere hat sich damit gegenüber Dezember (0,1228 Euro) marginal um rund 0,4 Cent und zum vierten Mal nacheinander zusammengezogen. Ein Grund dafür ist die weiterhin erhöhte Heizölnachfrage, die den Dieselpreis stützt. Zuletzt niedriger war der Unterschied im April 2020 mit 0,0898 Euro gewesen.  

Besonders preiswert war Super E10 am ersten Tag des neuen Jahres. 1,3210 Euro kostete der Liter am 1. Januar im Bundesschnitt. Der teuerste Tanktag war hingegen der 31. Januar. 1,3670 Euro zahlten Autofahrer am letzten Tag des Monats pro Liter. Diesel war mit 1,2110 Euro ebenfalls besonders günstig am 1. Januar. Am teuersten war der Kraftstoff hingegen am 17. Januar mit 1,2420 Euro pro Liter.  

Städteranking: Bonn zum achten Mal in Folge unter den günstigsten Tankstädten

Beim monatlichen Preisvergleich der 20 größten deutschen Städte von Clever Tanken war Super E10 im Januar durchschnittlich am günstigsten in Bonn (1,3213 Euro), Dresden (1,3268 Euro) und Mannheim (1,3291 Euro). Bonn belegt damit zum achten Mal nacheinander einen der beiden vorderen Plätze in dieser Kategorie. Am teuersten war Super E10 in Wuppertal (1,3725 Euro), Bielefeld (1,3676 Euro) und Hannover (1,3592 Euro). Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 zahlten Autofahrer damit im teuren Wuppertal rund 329,40 Euro – etwa 12,29 Euro mehr als im günstigen Bonn.

Die ersten drei Plätze der günstigsten Dieseltankstädte sicherten sich im Januar Bonn (1,1999 Euro), Dresden (1,2015 Euro) und Frankfurt am Main (1,2189 Euro). Auch hier bewahrte sich Bonn seinen Titel als günstigste Tankstadt der vergangenen Monate. Denn zum neunten Mal nacheinander schaffte es die frühere Bundeshauptstadt in die Top drei der günstigsten Dieseltankstädte. Am teuersten war Diesel hingegen in Bielefeld (1,2452 Euro), Wuppertal (1,2445 Euro) und Bremen (1,2403 Euro).

Ausblick 

Die größten Preistreiber sind nach den Worten von Steffen Bock im Januar die staatliche Einführung des CO2-Preises für Verkehr und Heizen sowie die Anhebung des Mehrwertsteuersatzes auf das Vor-Corona-Niveau gewesen. Beide hätten zum Monatsstart schlagartig die Preise in die Höhe getrieben. Aber auch die Rohölpreise haben in der ersten Monatshälfte weiter angezogen. So kostete ein Barrel (159 Liter) der für Deutschland wichtigen Sorte Brent teilweise mehr als 56 US-Dollar – der höchste Wert seit Ende Februar 2020, dem Beginn der Corona-Krise. 

Steffen Bock: „In der zweiten Januarhälfte hat ein stetiges Auf und Ab der Rohölpreise die Märkte bestimmt. Das dürfte sich im kommenden Monat fortsetzen und die Preise an den Zapfsäulen in Schach halten.“ Als Gründe dafür nennt er den schleppenden Start der flächendeckenden Corona-Impfungen in den führenden Industrienationen, der die Euphorie an den Börsen für ein schnelles Ende der internationalen Lockdowns bremst. Hinzu kommen die Ausbreitung der Corona-Mutation und Neuinfektionen in China. Das alles drücke die Kauflaune von Investoren und damit die Preise. „Zugleich bewegen sich die Ölpreise derzeit weiterhin auf dem höchsten Niveau der vergangen elf Monate. Verantwortlich dafür ist die Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft infolge der Zulassung weiterer Corona-Impfstoffe. Auch der Rückgang der US-Rohölreserven stützte Ende Januar die Preise. Zudem hat Saudi-Arabien seine Förderung für Februar und März deutlich reduziert“, sagt Steffen Bock.

Der Experte empfiehlt Autofahrern, die Kraftstoffpreise entlang ihrer geplanten Fahrtroute stets via App, Navigationsgerät oder dem Internet zu vergleichen. So sparen sie bei steigenden ebenso wie bei fallenden Preisen. Darüber hinaus kurbeln sie den Wettbewerb unter den Anbietern an. Beachten sollten sie die teils enormen Sprünge im Tagesverlauf und zwischen den Anbietern. Günstige Tankzeiten bieten sich oft im Zeitraum zwischen 8 und 10 Uhr, 12 und 13 Uhr und ab 18 Uhr am Abend.