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4. Juli 2022 13:21 Uhr

Kraftstoffpreise im Juni 2022

Diesel im Juni weiterhin teurer als Benzin 

  • Auswertung von Clever Tanken zeigt: Super E10 rund 15 Cent, Diesel rund 2 Cent günstiger als im Mai
  • Super E10 am günstigsten in Leipzig, Mannheim und Bonn
  • Super E10 am teuersten in Hannover, Bremen und Wuppertal
  • Diesel am günstigsten in Bonn, Mannheim und Bochum
  • Diesel am teuersten in Bremen, Wuppertal und Leipzig

Nürnberg, 1. Juli 2022. Die Einführung des Tankrabatts zum 1. Juni hatten Autofahrer in Deutschland sehnsüchtig erwartet. Und tatsächlich rauschten die Preise für Super E10 und Diesel zu Beginn des vergangenen Monats rasant nach unten. Hatte der Liter Super E10 nach Auswertung des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken am 31. Mai im bundesweiten Schnitt noch rund 2,1540 Euro gekostet, wurden tags darauf nur noch 1,8700 Euro aufgerufen – also ganze 28 Cent weniger. Der Liter Diesel kostete vom 31. Mai (2,0500 Euro) auf den 1. Juni (1,9250 Euro) rund 13 Cent weniger. Allerdings hielt dieses niedrige Preisniveau nur für wenige Tage. Und so kostete der Liter Super E10 im Monatsschnitt etwa 1,9120 Euro pro Liter. Das waren rund 15 Cent weniger als im Mai. Der Liter Diesel kostete im Monatsschnitt 2,0238 Euro – und damit nur rund 2 Cent weniger als im Vormonat. 

„Dass die Preise für Super E10 und Diesel trotz der Senkung der Energiesteuer nicht so stark gefallen sind, wie erhofft, hat mehrere Gründe. So haben die Rohölpreise in der ersten Monatshälfte wieder angezogen. Zudem hat sich der Wert des Euro gegenüber dem US-Dollar vermindert – und damit den Einkauf von Rohöl verteuert, da dieses in Dollar gehandelt wird. Auch die Pfingstfeiertage und die Pfingstferien haben die Spritpreise getrieben. Darüber hinaus gehen viele Analysten davon aus, dass die Mineralölkonzerne die aktuellen Steuersenkungen bisher nicht allumfänglich an die Verbraucher weitergeben“, erläutert Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken.

Autofahrer, die im Juni viermal jeweils 60 Liter Super E10 tankten, zahlten im Schnitt 458,88 Euro. Das waren rund 36,94 Euro weniger als im Vormonat, aber rund 97,46 Euro mehr als im Vorjahresmonat. Dieselbe Menge Diesel kostete im Juni rund 485,71 Euro. Das waren nur etwa 4,03 Euro weniger als im Mai und zugleich 158,59 Euro mehr als im Juni 2021.

Benzin-Diesel-Schere dreht sich erneut um

Der Preisunterschied zwischen Super E10 und Diesel lag im Juni bei minus 0,1118 Euro pro Liter. Gegenüber dem Vormonat hat sich die Benzin-Diesel-Schere damit um rund 14 Cent zuungunsten von Diesel vergrößert. Dass Diesel teurer ist als Benzin, ist damit nach März und April erst zum dritten Mal seit dem Start der regelmäßigen Monatsauswertungen von Clever Tanken im Juni 2012 eingetreten. Steffen Bock: „Der derzeit so hohe Dieselpreis liegt vor allem an der für diese Jahreszeit untypisch hohen Nachfrage. Denn Hausbesitzer füllen schon jetzt ihre Heizöltanks auf – aus Furcht, die Preise könnten unter dem Eindruck des Ukraine-Krieges noch weiter steigen, sobald die Temperaturen im Herbst fallen.“

Günstigste und teuerste Tanktage

Der teuerste Tanktag für Super E10 war Sonntag, der 12. Juni. An diesem Tag kostete der Liter im bundesweiten Schnitt 1,9520 Euro. Mit jeweils 2,0610 Euro pro Liter war Diesel am teuersten am Sonntag, den 19., sowie am Montag, den 20. Juni. Am wenigsten zahlten Autofahrer hingegen für den Liter Super E10 am Donnerstag, den 30. Juni (1,8620 Euro), und für den Liter Diesel am Mittwoch, den 1. Juni (1,9250 Euro). 

Städteranking 

Günstigste Super-E10-Tankstadt beim monatlichen Preisvergleich der 20 größten deutschen Städte von Clever Tanken wurde im Juni Leipzig. 1,8825 Euro kostete der Liter Super E10 hier im Schnitt. Damit ist Leipzig auch die bisher günstigste Super-E10-Tankstadt des Jahres. Auf den Plätzen zwei und drei folgten im Monatsranking Mannheim (1,8875 Euro) und Bonn (1,8900 Euro). Die Kategorie der teuersten Super-E10-Tankstädte entschieden im Juni hingegen Hannover (1,9335 Euro), Bremen (1,9300 Euro) und Wuppertal (1,9296 Euro) für sich. Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 bezahlten Autofahrer im teuren Hannover rund 464,04 Euro und damit etwa 12,24 Euro mehr als im günstigeren Leipzig.

Für den Liter Diesel zahlten Autofahrer im Juni am wenigsten in Bonn (2,0062 Euro), Mannheim (2,0075 Euro) und Bochum (2,0077 Euro). Am meisten zahlten sie hingegen in Bremen (2,0524 Euro), Wuppertal (2,0495 Euro) und Leipzig (2,0454 Euro).

Ausblick 

Für den kommenden Monat erwartet Experte Steffen Bock, dass sich der Tankrabatt an den Zapfsäulen auch weiterhin nicht deutlicher zeigt. „Der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehenden scharfen westlichen Sanktionen gegen Russland werden das weltweite Rohölangebot bei zugleich robuster Nachfrage weiter verknappen – und die Öl- sowie Kraftstoffpreise damit treiben. Hinzu kommt, dass mit den Sommerferien nun deutschlandweit die wichtigste ‚Driving Season‘ des Jahres startet. Das heizt die Nachfrage nach Kraftstoffen und deren Preise zusätzlich an. Unter Druck geraten könnte der Ölpreis hingegen vor allem durch die zunehmenden Rezessionsängste an den Aktienbörsen. Diese belasten die Rohölnotierungen bereits seit Mitte Juni.“

Vor diesen Hintergründen rät Steffen Bock Autofahrern daher umso mehr, die Kraftstoffpreise entlang geplanter Fahrtrouten regelmäßig zu vergleichen oder wiederkehrend genutzte Tankstellen dauerhaft im Blick zu behalten. „Über Apps, das Navigationsgerät oder das Internet lassen sich die günstigsten Tankstellen der Umgebung ermitteln. Zudem können Tankstellen in der App von Clever Tanken als Favoriten angelegt werden. Diese können Autofahrer dann beobachten und so günstige Tankzeiten ermitteln. Teure Autobahntankstellen sollten sie jedoch stets meiden, wenn das ohne Umwege möglich ist.“

Beachten sollten Autofahrer zudem, dass es seit langem mancherorts bis zu sechs Preisspitzen am Tag gibt – insbesondere an den Markentankstellen. Steffen Bock: „Teilweise kommt es an ein und derselben Tankstelle zu Unterschieden von bis zu 15 Cent pro Tag. Beim Vergleich aller Tankstellen einer Stadt sind innerhalb von 24 Stunden auch schon mal bis zu 22 Cent drin.“ Günstige Tankzeiten bieten sich oft im Zeitraum zwischen 8 und 10 Uhr, 12 und 13 Uhr sowie 20 und 22 Uhr. Allerdings sind Abweichungen von diesen Regeln immer möglich.