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1. Dezember 2021 15:06 Uhr

Kraftstoffpreise im November 2021

  • Auswertung von Clever Tanken zeigt: Super E10 so teuer wie seit September 2012 nicht mehr
  • Super E10 und Diesel im November je rund 3 Cent teurer als im Vormonat
  • Super E10 am günstigsten in Duisburg, Mannheim und Nürnberg
  • Super E10 am teuersten in Frankfurt am Main, Köln und Wuppertal
  • Diesel am günstigsten in Dortmund, Bielefeld und Hamburg 
  • Diesel am teuersten in München, Frankfurt am Main und Wuppertal

Nürnberg, 1. Dezember 2021. Obwohl die Rohölpreise und parallel dazu auch die Kraftstoffpreise ab Mitte November nachgegeben haben, zahlten Autofahrer für Super E10 und Diesel im Monatsschnitt mehr als je zuvor seit Start der regelmäßigen Auswertungen des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken im Juni 2012. 1,6858 Euro kostete im vergangenen Monat der Liter Super E10 im Schnitt. Damit übertraf der Durchschnittspreis den bisher von Clever Tanken ermittelten Höchstwert aus September 2012 von 1,6601 Euro. Für den Liter Diesel wurden im November im Mittel 1,5653 Euro aufgerufen. Das erst im Oktober mit 1,5367 Euro neu aufgestellte Rekordhoch wurde so bereits wieder übertroffen. Dieses hatte zuvor ebenfalls im September 2012 bei 1,5120 Euro gelegen.

„Beim Stopp an den Zapfsäulen haben Autofahrer 2021 bisher selten Grund zur Freude gehabt. Im November aber wurde die Furcht vor den hohen Preisen noch einmal verstärkt. Im Schnitt 3 Cent mehr als noch im Oktober kosteten jeweils der Liter Super E10 und Diesel. Mit Blick auf den Vorjahresmonat wird das Ausmaß der Preisentwicklung noch deutlicher: Ganze 48 Cent mehr als im November 2020 kostete der Liter Super E10 und 51 Cent mehr der Liter Diesel“, erläutert Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken.

Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten im November im Monatsschnitt 404,59 Euro. Das waren rund 7,37 Euro mehr als im Oktober und rund 115,97 Euro mehr als im Vorjahresmonat. Dieselbe Menge Diesel kostete im November rund 375,67 Euro – und damit etwa 6,86 Euro mehr als im Oktober und rund 122,28 Euro mehr als im November 2020.

Der Preisunterschied zwischen Super E10 und Diesel lag im November bei 0,1205 Euro pro Liter. Damit hat sich die Benzin-Diesel-Schere gegenüber Oktober (0,1184 Euro) um rund 0,2 Cent zusammengezogen.

Der günstigste Tanktag war für beide Kraftstoffsorten der 30. November. Im Schnitt kostete an diesem Dienstag der Liter Super E10 1,6420 Euro und der Liter Diesel 1,5430 Euro. Am teuersten hingegen waren Super E10 und Diesel am Sonntag, den 14. November, mit durchschnittlich 1,7060 Euro beziehungsweise 1,5770 Euro pro Liter. Ebenso viel kostete Diesel zudem am Donnerstag, den 11. November.

Städteranking: Wuppertal zum 13. Mal in Folge unter Top drei der teuersten Super-E10-Tankstädte

In Duisburg zahlten Autofahrer mit durchschnittlich 1,6597 Euro zum vierten Mal in Folge am wenigsten für den Liter Super E10. Das zeigt der monatliche Preisvergleich der 20 größten deutschen Städte von Clever Tanken. Auf Platz zwei reihte sich wiederholt Mannheim (1,6618 Euro) ein, den dritten Platz belegte Nürnberg (1,6669 Euro). Teuerste Super-E10-Tankstadt wurde hingegen wiederholt Frankfurt am Main (1,7074 Euro), gefolgt von Köln (1,7036 Euro) und Wuppertal (1,7018 Euro). Wuppertal ist damit zum 13. Mal in Folge unter den Top drei der teuersten Super-E10-Tankstädte – neunmal davon belegte die Stadt Platz eins. Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 zahlten Autofahrer im teuren Frankfurt am Main rund 409,78 Euro und damit rund 11,45 Euro mehr als im günstigen Duisburg.

Dieselfahrer tankten im November am günstigsten in Dortmund (1,5441 Euro), Bielefeld (1,5446 Euro) und Hamburg (1,5483 Euro). Am meisten zahlten sie hingegen für den Liter Diesel in München (1,5846 Euro), Frankfurt am Main (1,5836 Euro) und Wuppertal (1,5815 Euro).

Rückblick: Schwankende Rohölpreise durch hohe Nachfrage und steigende Corona-Zahlen

Ursache für die Entwicklung der Kraftstoffpreise war im November maßgeblich die Entwicklung des Rohölpreises. So hatte dieser für die in Deutschland relevante Nordseesorte Brent zu Beginn des Monats noch bei rund 85 US-Dollar pro Barrel gelegen – und damit nahe der mehrjährigen Höchststände, die im Oktober mit rund 86 US-Dollar erreicht worden waren. Getrieben wurde der Ölpreis vor allem durch die hohe Nachfrage bei einem weiterhin knappen Angebot. Allerdings waren die Preise im weiteren Monatsverlauf immer wieder ins Schwanken geraten. Denn mit der steigenden Ausbreitung des Coronavirus stiegen auch die Sorgen der Wirtschaft um neue Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Das setzte die Preise unter Druck. Gleichzeitig kurbelte die Aufhebung der Reisebeschränkungen in die USA die Preise an. Steffen Bock: „Ab Mitte November zeigte die Ölpreiskurve tendenziell aber nach unten. Das spiegelte sich parallel, wenn auch marginal, an den Preistafeln der Tankstellen.“ Die Gründe dafür: Zum einen drückte ein drohendes Überangebot durch die Freigabe strategischer Ölreserven großer Verbrauchsländer wie den USA die Preise, zum anderen die anhaltenden Nachfragesorgen wegen der international weiter zunehmenden Corona-Fälle. Am Monatsende kostete ein Barrel Brent-Öl daher nur noch rund 71 US-Dollar.

Ausblick: Opec+ und Omikron könnten die Preise im Dezember drücken

Für den Dezember erwartet Steffen Bock, dass die Preise weiter nachgeben könnten. „Das Ölkartell Opec+ wird in einer heutigen Konferenz eventuell darüber entscheiden, inwieweit ihre Mitgliedsländer die Fördermengen deutlich erhöhen oder weiterhin nur moderat steigern und so die künstliche Verknappung beibehalten, um den Ölpreis zu stützen. Das Kartell gerät zunehmend in die internationale Kritik, weil die hohen Ölpreise die wirtschaftliche Erholung bedrohen. Sollte eine Ausweitung beschlossen werden, würde das zu weiter fallenden Ölpreisen führen“, sagt Bock. Hält das Kartell die Verknappung bei, würde die Freigabe strategischer Ölreserven der USA und mehrerer anderer Länder in den kommenden Monaten den Ölpreis nach Ansicht von Bock dennoch entlasten. Einen weiteren Indikator für fallende Preise sieht der Experte in der derzeitigen Pandemiesituation. „Die neue Corona-Variante Omikron ist aus Südafrika auch in Europa angekommen. Das schürt die ohnehin schon vorhandenen Ängste an den Börsen vor neuen Lockdowns“, erläutert Steffen Bock.

Ab Januar 2022 gilt höhere CO2-Bepreisung

Doch egal wie sich die Ölpreise im Dezember entwickeln werden: Nach den Worten Bocks sollten Autofahrer den Stopp an der Tankstelle im Weihnachtsmonat in jedem Fall positiv sehen. Denn ab Januar tritt die nächste Stufe der schrittweisen Erhöhung des nationalen CO2-Preises für Verkehr und Heizen in Kraft. Dieser war zum 1. Januar dieses Jahres mit 25 Euro je Tonne CO2 gestartet und wird 2022 auf 30 Euro erhöht. Am Zapfhahn waren die Preise für Benzin dadurch Anfang 2021 um rund 7 Cent pro Liter, die für Diesel um rund 8 Cent gestiegen. Zum Jahreswechsel 2021/22 wird dieser Preis noch einmal um 1,4 Cent beziehungsweise 1,5 Cent teurer. Damit beträgt der Mehrpreis durch die CO2-Abgabe ab Januar 2022 insgesamt etwa 8,4 Cent pro Liter Benzin und 9,5 Cent pro Liter Diesel.

Preisvergleich im Weihnachtsverkehr lohnt sich

Gerade mit Blick auf die Weihnachtsferien rät Bock Autofahrern dazu, die Kraftstoffpreise im Dezember entlang geplanter Fahrtrouten zu vergleichen. „Über Apps, das Navigationsgerät oder das Internet lassen sich die günstigsten Tankstellen der Umgebung ermitteln. Darüber hinaus sollten Autofahrer teure Autobahntankstellen meiden, wenn das ohne Umwege möglich ist. Mit diesem Verhalten sparen sie bei steigenden wie auch bei fallenden Preisen.“

Beachten sollten Autofahrer dabei, dass es seit Ende März mancherorts bis zu sechs Preisspitzen am Tag gibt – insbesondere an den Markentankstellen. Steffen Bock: „Teilweise kommt es an ein und derselben Tankstelle zu Unterschieden von bis zu 15 Cent pro Tag. Beim Vergleich aller Tankstellen einer Stadt sind innerhalb von 24 Stunden auch schon mal bis zu 22 Cent drin. Günstige Tankzeiten bieten sich oft im Zeitraum zwischen 8 und 10 Uhr, 12 und 13 Uhr sowie 20 und 22 Uhr.“