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3. Februar 2026 18:10 Uhr

Auswertung von Clever Tanken: Kraftstoffpreise im Januar auf Elfmonatshoch

Auswertung von Clever Tanken:
Kraftstoffpreise im Januar auf Elfmonatshoch


  • Super E10 im Januar rund 9 Cent, Diesel rund 10 Cent teurer als im Dezember
  • Super E10 im Januar am günstigsten in Berlin, Stuttgart und Bochum
  • Super E10 im Januar am teuersten in Frankfurt am Main, Dresden und Hannover 
  • Diesel im Januar am günstigsten in Wuppertal, Bochum und Bonn
  • Diesel im Januar am teuersten in Leipzig, Dresden und Hannover

Nürnberg, 2. Februar 2026. Der Jahresauftakt 2026 belastete Autofahrerinnen und Autofahrer mit deutlich höheren Kraftstoffpreisen. Laut aktuellen Daten des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken legten sowohl die Preise für Super E10 als auch für Diesel im Januar im bundesweiten Mittel deutlich zu und erreichten dabei ein Elfmonatshoch. Treiber waren unter anderem die Erhöhung der CO₂-Bepreisung sowie gestiegene Rohölpreise.

Die Auswertung der Kraftstoffpreise von Clever Tanken für den Monat Januar zeigt: Ein Liter Super E10 kostete im bundesweiten Durchschnitt 1,7310 Euro. Damit lag der Preis rund 9 Cent über dem Niveau des Vormonats (1,6447 Euro). Der letzte höhere Durchschnittspreis wurde elf Monate zuvor im Februar 2025 mit 1,7453 Euro pro Liter erreicht – dies war zugleich der teuerste Tankmonat des vergangenen Jahres.

Auch Dieselfahrer mussten im Januar deutlich mehr zahlen. Im bundesweiten Durchschnitt kostete der Liter 1,6878 Euro, also rund 10 Cent mehr als im Vormonat (1,5933 Euro). Damit näherte sich der Dieselpreis wieder dem Niveau des Februars 2025. Mit durchschnittlich 1,6809 Euro pro Liter erreichte damals auch der Diesel den teuersten Monatsdurchschnitt des Jahres. Einen höheren Durchschnittspreis als im Januar verzeichnete Diesel zuletzt im April 2024 mit 1,7318 Euro pro Liter.
 
 
 
Preisspanne verringert sich leicht: 
Diesel im Januar rund 4 Cent günstiger als Benzin
 
 
 
Im Januar lag der Dieselpreis im bundesweiten Durchschnitt nur noch rund 4,32 Cent je Liter unter dem von Super E10. Damit hat sich der Preisabstand zwischen den beiden Kraftstoffsorten um etwa 1 Cent zulasten von Diesel verringert. Im Dezember hatte die Differenz noch bei gut 5,14 Cent gelegen.

Nach Einschätzung von Steffen Bock ist vor allem die saisonbedingt hohe Nachfrage nach Heizöl dafür verantwortlich, dass Diesel derzeit trotz einer steuerlichen Begünstigung von rund 20 Cent je Liter nur geringfügig günstiger ist als Benzin. Da Diesel und Heizöl nahezu identische Produkte sind, wirkt sich eine erhöhte Heizölnachfrage im Winter regelmäßig auch preistreibend auf den Dieselmarkt aus.
 
 
 
Die günstigsten und teuersten Tanktage im Januar
 
 
 
Im vergangenen Monat zahlten Autofahrerinnen und Autofahrer für beide Kraftstoffsorten im Bundesdurchschnitt am Donnerstag, dem 1. Januar, am wenigsten. An diesem Tag kostete der Liter Super E10 rund 1,7010 Euro und war damit etwa 3 Cent teurer als am Tag zuvor. Der Liter Diesel kostete am ersten Tag des neuen Jahres rund 1,6520 Euro. Dies waren etwa 4 Cent mehr als am 31. Dezember 2025.

Am teuersten war Super E10 hingegen am Donnerstag, dem 15. Januar, mit 1,7410 Euro pro Liter. Diesel war am Samstag, dem 31. Januar, mit 1,7140 Euro pro Liter am teuersten.
 
 
 
Städteranking im Januar: 
Berlin bleibt günstigste E10-Stadt, Frankfurt am Main erneut Schlusslicht
 
 
 
Im monatlichen Preisranking von Clever Tanken belegte Berlin im Januar zum dritten Mal in Folge den ersten Platz in der Kategorie der günstigsten Super-E10-Tankstädte unter den 20 größten deutschen Städten. Im Monatsdurchschnitt kostete der Liter dort 1,7026 Euro. Die Plätze zwei und drei belegten Stuttgart (1,7039 Euro) und Bochum (1,7077 Euro).

Die teuerste Super-E10-Tankstadt war im vergangenen Monat zum dritten Mal in Folge Frankfurt am Main (1,7571 Euro). Dresden (1,7514 Euro) folgte auf Platz zwei. Hannover (1,7462 Euro) reihte sich auf Platz drei ein und ist damit zum neunten Mal nacheinander unter den Top drei dieser Kategorie. 

Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten im teuren Frankfurt am Main im Durchschnitt rund 421,70 Euro und damit etwa 13,08 Euro mehr als in der günstigsten Stadt Berlin.

Die drei günstigsten Diesel-Tankstädte waren im Januar Wuppertal (1,6640 Euro), Bochum (1,6643 Euro) und Bonn (1,6648 Euro). Damit behauptete sich Bonn den neunten Monat in Folge unter den Top drei in dieser Kategorie.

In der Sparte der teuersten Diesel-Tankstädte gab es im Januar an der Spitzenposition keine Veränderung. Denn Leipzig (1,7315 Euro) belegte wiederholt Platz eins. Damit zählt die Sachsenmetropole seit 14 Monaten ohne Unterbrechung zu den drei teuersten Dieselstandorten unter den 20 größten Städten Deutschlands – davon stand Leipzig elfmal an der Spitze. Auf Platz zwei folgte im Januar Dresden (1,7103 Euro). Hannover (1,7100 Euro) belegte zum dritten Mal nacheinander Platz drei. 
 
 
 
Gründe für die Entwicklung der Kraftstoffpreise
 
 
 
Laut Steffen Bock, dem Geschäftsführer von Clever Tanken, waren für die Erhöhung der Kraftstoffpreise vor allem zwei Faktoren ausschlaggebend: Einerseits wirkte sich zum Jahreswechsel die nächste Stufe der nationalen CO₂-Bepreisung aus. Seit dem 1. Januar 2026 wird der CO₂-Preis über Auktionen bestimmt; erwartet wird eine Spanne von 55 bis 65 Euro je Tonne. Am oberen Ende könnten sich die Mehrkosten auf rund 18,6 Cent je Liter Benzin und etwa 20,5 Cent je Liter Diesel summieren – das wären bis zu 2,9 Cent beziehungsweise 3,2 Cent mehr als im Jahr 2025.

Andererseits legten die Rohölpreise im Januar trotz hoher Schwankungen deutlich zuund erreichten mit rund 69,8 US-Dollar je Barrel (159 Liter) Ende des Monats den höchsten Stand seit Anfang August 2025.

Zwar gerieten die Notierungen zu Monatsbeginn zunächst unter Druck, da steigende US-Rohöllagerbestände auf ein komfortables Angebot hindeuteten. Darüber hinaus belasteten Spekulationen über zusätzliche Liefermengen aus Venezuela die Preise. Diese Effekte blieben jedoch nur von kurzer Dauer.

Im weiteren Monatsverlauf überwogen die preistreibenden Faktoren. Sinkende US-Ölreserven sowie die Zurückhaltung des Kartells Opec+, seine Förderung kurzfristig auszuweiten, stützten die Preise. Ein außergewöhnlich heftiger Wintersturm in den USA Ende Januar, der auch den für die Ölproduktion zentralen Bundesstaat Texas traf, verstärkte den Aufwärtstrend. Denn die Sorge vor temporären Förder- und Lieferausfällen nahm zu, während die Kälte die Nachfrage nach Heizöl ankurbelte.

Zugleich kehrte im Januar eine spürbare geopolitische Risikoprämie an den Ölmarkt zurück. Die erneut verschärften Spannungen zwischen den USA und dem Opec-Mitglied Iran rückten zuletzt vor allem das iranische Atomprogramm wieder in den Fokus. Am Markt wuchs die Sorge, dass sich der Konflikt auf die ölreiche Region am Persischen Golf ausweiten könnte. Ein militärisches Eingreifen der USA würde das Risiko von Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Rohöl und Flüssigerdgas, erhöhen.
 
 
 
Ausblick
 
 
 
Auch wenn viele Faktoren auf gedämpfte Rohöl- und Kraftstoffpreise im laufenden Jahr hindeuten und unter anderem die Internationale Energieagentur (IEA) mit einem rekordhohen globalen Ölüberschuss für 2026 rechnet: Steffen Bock geht für die kommenden Wochen zunächst von steigenden Preisen aus, maximal jedoch von einer Seitwärtsbewegung. „Vor allem die geopolitischen Spannungen sprechen in den kommenden Wochen eher für weiter steigende Rohöl- und damit Kraftstoffpreise“, sagt der Experte.

Zusätzlich belastet eine Abfolge extremer Winterwetterlagen die USA. Nur wenige Tage nach dem schweren Wintersturm wurden die südöstlichen Bundesstaaten am vergangenen Wochenende von einem sogenannten Bombenzyklon mit Sturmfluten, hohen Wellen und teils erheblichen Schneefällen getroffen. Eine nachfolgende arktische Kaltluftfront drang sogar bis nach Florida vor. Das Ausmaß der Produktionsunterbrechungen infolge der Winterstürme sowie der erhöhten Heizölnachfrage ist derzeit ungewiss.