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2. November 2026 13:38 Uhr

Tankrabatt verhindert im Oktober neue Rekordpreise  an den Zapfsäulen

Auswertung von Clever Tanken:

Tankrabatt verhindert im Oktober neue Rekordpreise an den Zapfsäulen

  • Super E10 rund 15 Cent, Diesel rund 13 Cent günstiger als im September
  • Kraftstoffpreise in Nordrhein-Westfalen am teuersten

Nürnberg, 2. November 2026. Nach den Rekordpreisen im September sind Benzin und Diesel in Deutschland im Oktober spürbar günstiger geworden. Das geht aus der monatlichen Auswertung des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken hervor. Ausschlaggebend dafür war vor allem der am 1. Oktober eingeführte Tankrabatt der Bundesregierung. Durch die Senkung der Energiesteuer um rund 14 Cent je Liter sollen Autofahrende einschließlich Mehrwertsteuer um bis zu 17 Cent je Liter entlastet werden. „Ohne den Tankrabatt hätten die Kraftstoffpreise im Oktober wahrscheinlich neue Höchststände erreicht. Denn an den Ursachen der hohen Preise, insbesondere dem  Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran, hat sich nichts geändert, weshalb die Rohölnotierungen im vergangenen Monat sukzessive gestiegen sind“, sagt Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken.

Im bundesweiten Monatsdurchschnitt zahlten Autofahrerinnen und Autofahrer im Oktober für einen Liter Super E10 rund 2,1268 Euro. Gegenüber September (2,2797 Euro) war das ein Rückgang um etwa 15 Cent. Diesel verbilligte sich im selben Zeitraum um rund 13 Cent auf durchschnittlich 2,2746 Euro. Im Vormonat hatte der Liter noch 2,4000 Euro gekostet.

Wie sich die Entlastung durch den Tankrabatt auf die Ausgaben auswirkte, zeigt eine Beispielrechnung: Wer im Oktober viermal 60 Liter Super E10 tankte, zahlte im bundesweiten Durchschnitt rund 510,43 Euro. Das waren etwa 36,70 Euro weniger als im September (547,13 Euro). Im Vergleich zu Oktober 2025 (398,93 Euro) mussten Autofahrende für dieselbe Menge allerdings rund 111,50 Euro mehr aufbringen.

Auch bei Diesel machte sich der Preisrückgang bemerkbar. Vier Tankfüllungen à 60 Liter kosteten im Oktober durchschnittlich 545,90 Euro. Damit sparten Autofahrende gegenüber September (576,00 Euro) rund 30,10 Euro. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (379,92 Euro) bedeutete dies jedoch eine Mehrbelastung von rund 165,98 Euro.

Diesel im Oktober 15 Cent teuer als Benzin

Trotz des Preisrückgangs mussten Autofahrerinnen und Autofahrer bereits den dritten Monat in Folge an den Zapfsäulen mehr für einen Liter Diesel als für einen Liter Super E10 bezahlen. Im Monatsdurchschnitt war Diesel rund 15 Cent teurer als Super E10. Im Vergleich zum September hat sich die Preisrelation damit noch einmal um rund 3 Cent zulasten von Diesel verschoben. Und das, obwohl die Energiesteuer auf Diesel derzeit 18,41 Cent je Liter unter der von Benzin liegt. 

 

Hauptgrund dafür ist die angespannte Versorgungslage. Der Krieg im Nahen Osten schränkt die Ausfuhr von Diesel und anderen Ölprodukten erheblich ein. Zusätzlich haben ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien im Oktober die Produktionskapazitäten und somit das weltweite Dieselangebot reduziert. Für weiteren Preisdruck sorgt die bevorstehende Heizperiode, weil mit sinkenden Temperaturen die Nachfrage nach Heizöl steigt. Da Diesel und Heizöl chemisch eng verwandt sind und bei der Raffination aus derselben Produktgruppe, den sogenannten Mitteldestillaten, gewonnen werden, konkurrieren sie um begrenzte Produktionskapazitäten. Eine höhere Heizölnachfrage kann deshalb auch die Dieselpreise an den Tankstellen in die Höhe treiben.

Die günstigsten und teuersten Tanktage im Oktober

Im Oktober konnten Autofahrende Super E10 gleich an drei Tagen besonders günstig tanken: Am Mittwoch, dem 28., Freitag, dem 30., und Samstag, dem 31. Oktober, kostete der Liter im bundesweiten Durchschnitt jeweils 2,0860 Euro. Der günstigste Tag für Diesel war hingegen Mittwoch, der 7. Oktober, mit durchschnittlich 2,2390 Euro pro Liter.

Am teuersten war Super E10 am Freitag, dem 9., sowie am Dienstag, dem 13. Oktober. An beiden Tagen lag der bundesweite Durchschnittspreis bei 2,1630 Euro pro Liter. Für Diesel mussten Autofahrende am Dienstag, dem 27. Oktober, mit durchschnittlich 2,3040 Euro pro Liter am meisten bezahlen.

Städteranking im Oktober:

Die teuersten Tankstädte liegen in Nordrhein-Westfalen

Im Ranking der 20 größten deutschen Städte sicherte sich Stuttgart im Oktober den Spitzenplatz als günstigste Super-E10-Tankstadt. Mit einem durchschnittlichen Preis von 2,0724 Euro pro Liter war die baden-württembergische Landeshauptstadt bereits zum siebten Mal in Folge unter den drei günstigsten Städten vertreten. Knapp dahinter folgte München mit einem Literpreis von 2,0728 Euro. Nürnberg belegte mit 2,0788 Euro den dritten Platz.

Mit einem Monatsdurchschnitt von 2,1643 Euro pro Liter war Bielefeld hingegen die teuerste Super-E10-Tankstadt im Oktober. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Wuppertal mit 2,1552 Euro und Köln mit 2,1507 Euro.

Bei mehreren Tankstopps machten sich die regionalen Preisunterschiede durchaus bemerkbar: Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten in Bielefeld im Durchschnitt 519,43 Euro und damit 22,06 Euro mehr als in Stuttgart.

Unter den günstigsten Diesel-Tankstädten behauptete Nürnberg im Oktober zum vierten Mal in Folge seine Spitzenposition. Mit einem Monatsdurchschnitt von 2,2502 Euro pro Liter gehörte die fränkische Metropole bereits zum sechsten Mal in Folge zu den drei günstigsten Städten dieser Kategorie. München sicherte sich mit 2,2520 Euro den zweiten Platz und erreichte diesen Rang damit zum dritten Mal in Folge. Den dritten Platz belegte Leipzig mit durchschnittlich 2,2545 Euro.

Als teuerste Diesel-Tankstadt erwies sich im Oktober Wuppertal. Hier zahlten Autofahrende im Monatsdurchschnitt 2,3033 Euro pro Liter. Nur geringfügig günstiger war Diesel in Köln, das mit 2,3015 Euro den zweiten Platz belegte. Dortmund gehörte mit durchschnittlich 2,2928 Euro ebenfalls zu den drei teuersten Dieselstandorten und landete erneut auf Rang drei.

Gründe für die Entwicklung der Kraftstoffpreise im Oktober:

Iran-Krieg treibt Rohölpreise auf Sechsmonatshoch

Auch im Oktober bestimmte der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran maßgeblich die Entwicklung der Rohöl- und damit der Kraftstoffpreise in Deutschland. Zwar nahmen die Ölexporte durch die Straße von Hormus wieder zu, doch anhaltende Angriffe auf Handelsschiffe sowie Attacken der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz auf die saudi-arabische Energieinfrastruktur schürten weiterhin Sorgen vor Lieferausfällen. Zugleich verteuerten stark gestiegene Fracht- und Versicherungsprämien den Öltransport durch die strategisch wichtige Meerenge erheblich. Zusätzlichen Preisdruck verursachten die Folgen des Ukrainekriegs: Angriffe auf russische Raffinerien schränkten die Produktionskapazitäten für Benzin und Diesel ein und verschärften die ohnehin angespannte Versorgung mit Kraftstoffen.

Preisdämpfend wirkten hingegen zeitweise die Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Konflikts zwischen dem Iran und den USA sowie die Entscheidung der Internationalen Energieagentur (IEA), die Freigabe weiterer strategischer Ölreserven ihrer Mitgliedstaaten zu beschleunigen. Darüber hinaus korrigierten die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und die IEA ihre Prognosen für die weltweite Ölnachfrage nach unten. 

In der zweiten Monatshälfte dominierten jedoch erneut die geopolitischen Risiken. Zunehmende Angriffe der Huthi-Miliz auf saudische Ölanlagen sowie Berichte über mögliche neue Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran schürten die Furcht vor einer weiteren Eskalation des Konflikts. In der Folge stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der für Deutschland wichtigen Nordseesorte Brent von rund 100 US-Dollar zu Monatsbeginn sukzessive auf rund 117 US-Dollar am 23. Oktober. Damit erreichte er den höchsten Stand seit April und lag rund 95 Prozent über dem Niveau zu Jahresbeginn. 

Ausblick:

Nach den Zwischenwahlen in den USA 

könnten die Kraftstoffpreise in Deutschland weiter steigen

Spartipps für Autofahrerinnen und Autofahrer

„In den kommenden Wochen werden die Kraftstoffpreise in Deutschland weiterhin maßgeblich von der Entwicklung des Iran-Krieges abhängen. Dabei bleibt das Risiko einer weiteren militärischen Eskalation hoch“, sagt Steffen Bock. Medienberichten zufolge könnten die USA nach den Zwischenwahlen am morgigen 3. November neue Angriffe auf den Iran starten. Teheran bereitet sich seinerseits auf mögliche Vergeltungsmaßnahmen vor. Weitere Angriffe auf Ölanlagen oder Handelsschiffe könnten die Versorgung aus dem Nahen Osten erneut beeinträchtigen und die Rohöl- und damit auch die Kraftstoffpreise in Deutschland weiter in die Höhe treiben.

Entlastend wirken könnten dagegen diplomatische Fortschritte und eine weitere Normalisierung der Öltransporte durch die Straße von Hormus. Allerdings dürften die hohen Fracht- und Versicherungskosten den Ölmarkt auch bei einer Entspannung der militärischen Lage zunächst weiter belasten.

Besonders angespannt bleibt die Situation auf dem Dieselmarkt: Die IEA warnt, dass die Versorgung mit Diesel und anderen Kraftstoffen bis weit ins Jahr 2027 knapp bleiben könnte, da durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine Raffineriekapazitäten fehlen.

Gleichzeitig sind die Lagerbestände bereits vor Beginn der verbrauchsintensiven Wintermonate ungewöhnlich niedrig. Mit der steigenden Heizölnachfrage dürfte sich die Situation weiter verschärfen. Autofahrende müssen deshalb damit rechnen, dass Diesel trotz seines steuerlichen Vorteils in den kommenden Wochen deutlich teurer bleibt als Super E10.

Steffen Bock empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, vor dem Tanken die Preise entlang ihrer geplanten Route zu vergleichen und die günstigste Tankstelle anzufahren, die ohne größere Umwege erreichbar ist. Denn gerade bei den derzeit hohen Kraftstoffpreisen können sich die Preisunterschiede zwischen den Tankstellen erheblich summieren.

Zudem spielt die Uhrzeit eine entscheidende Rolle. „Laut den Beobachtungen von Clever Tanken liegen die Preise seit Einführung der 12-Uhr-Regel am Vormittag häufig deutlich niedriger und steigen um 12 Uhr sprunghaft an. Wem das zeitlich möglich ist, sollte deshalb kurz vor dem Mittag tanken. Dann sind die Preise oft am niedrigsten“, so Bock